GEMA löst großen Streit aus

Ob man die GEMA nun mag oder nicht sei mal dahingestellt. Eines ist klar, als Veranstalter kommt man nicht an ihr vorbei. Um so größer ist der Aufschrei bei der Erhöhung der GEMA-Gebühren.

Der Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft (idkv) und der Verband der Deutschen Konzertdirektionen (VDKD) kritiesieren diese Maßnahmen sehr scharf, immerhin sind die Mitglieder der Vereine direkt davon betroffen. Die Bemessungsgrundlage der Tarife soll um Werbe- und Sponsoringeinnahmen erweitert werden. Hört sich an sich nicht unbedingt schlimm an, doch wer sich mit den Preisen ein wenig auskennt wird schnell merken, wenn sich die Preise für Veranstalter zukünftig für die Nutzung von GEMA-Repertoire aus dem Bereich U-Musik nahezu um 600 Prozent mehr zahlen müssen, ist das gewaltig. Nicht nur auf Konzertvielfalt und Künstlernachwuchs wird sich die Tariferhöhung negativ auswirken, sondern schlicht auch auf die Zahl der Arbeitsplätze in der mittelständisch geprägten Live-Branche, lassen die Verbände nun wissen.

Nun hat die GEMA regaiert und einen Pressebericht über die ab Februar gültige Erhöhung.

München, den 30. Januar 2009. Bezug nehmend auf die Pressemeldung der Verbände der Konzertwirtschaft vom 29.01.2009 und die in der Meldung veröffentlichten Tariferhöhungen stellt die GEMA Folgendes richtig:

Die GEMA hält die derzeitige Höhe der Konzerttarife für unangemessen niedrig, da die Urheber an den stetig wachsenden Umsätzen der Konzertwirtschaft bislang nicht angemessen beteiligt wurden. Rechtsprechung und Literatur gehen bei hoher Musikintensität regelmäßig von einer  zehnprozentigen Beteiligung des Urhebers an den erzielten Einnahmen aus. Daher hat die GEMA nun eine Anhebung der Vergütungen umgesetzt.

Ab dem 01.02.2009 beträgt die Tariferhöhung im Konzertbereich, bezogen auf die Anzahl der Besucher, durchschnittlich 14%. Allerdings werden die Tarife schrittweise über einen Zeitraum von sechs Jahren, d. h. bis 2014, erhöht. Für die Mitglieder der Verbände der Konzertwirtschaft bedeutete das konkret eine Nettovergütung in Höhe von 8%. Die Erhöhungen werden durch die stufenweise Anhebung in den ersten Jahren bewusst moderat gehalten, damit sich die Konzertveranstalter auf die neuen Tarife einstellen können.

Gemessen an den Umsätzen der Konzertwirtschaft sind die in deren Kalkulationen enthaltenen Vergütungen für die Urheber bislang unverhältnismäßig gering. Ziel der GEMA war es daher, in den bedauerlicherweise gescheiterten Verhandlungen, eine aus ihrer Sicht unbedingt notwendige Tarifanpassung mit den beiden Verbänden zu vereinbaren. Dass die Urheber hierbei auch von den zu den Umsätzen der Konzertveranstalter gehörenden Einnahmen aus Sponsoring und Werbung partizipieren versteht sich von selbst.

Die GEMA vertritt in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 60.000 Mitgliedern (Komponisten, Textautoren und Musikverleger) sowie von über 1 Mio. Rechteinhabern aus aller Welt. Sie ist weltweit eine der größten Autorengesellschaften für Werke der Musik.


Interessant an dem ganzen ist, dass ohne die Live-Branche die Rechnung der GEMA nicht aufgehen kann. Je weniger Auftritte die Künstler geben, deste weniger GEMA-Anteile werden ausgeschüttet. Dies belegen die Zahlen, denn in den beiden Berufsverbänden der deutschen Live-Entertainment-Branche, Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft und Verband der Deutschen Konzertdirektionen, sind insgesamt rund 500 Agenturen, Tournee- und Konzertveranstalter zusammengeschlossen, die im Jahr 2007 mit dem Verkauf von über 50 Millionen Eintrittskarten einen Umsatz von rund 3,8 Milliarden Euro erwirtschaftet haben.

Wir können also gespannt sein wie es weitergeht.

To be continued…

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One Response to GEMA löst großen Streit aus

  1. […] geht weiter… Wie vor einigen Tagen berichtet, hat die GEMA ihre Tarife erhöht. Nachdem der Bundesverbands der Veranstaltungswirtschaft […]

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